Die alte Hermannsdorfer Kirche - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Die alte Hermannsdorfer Kirche

1930 > 1930-07

Heimatkundlicher Beitrag

Die Kirche zu Hermannsdorf mit ihrem schlichten, aber ganz dem Dorfbild angepaßten Aeußeren und ihrem geräumigen Inneren geht in ihrer gegenwärtigen Gestalt auf das Jahr 1842 zurück. Damals erfolgte der letzte größere Umbau. Durch den Umbau im Jahre 1842 kam der Treppenhausanbau an der Südseite hinzu. Vordem wies die Kirche verschiedene kleinere Anbauten auf; so nach der Dorfstraße zu einen kleinen hölzernen Anbau, der eine Vorhalle und eine Treppe außen an der Kirchenwand zur Orgelempore einschloß. ein weiterer hölzerner Anbau war an der Altarseite angebracht, in dem eine Treppe nach der Männerempore führte. An die Nordseite schloß sich ein steinerner Anbau an, die Sakristei. Die Bänke im Kirchenschiff waren durch Gänge in drei Abteilungen geteilt. Rechts vom Altar, an der Südwand, befand sich die Kanzel. Hinter dem Altar führte eine Treppe auf die Emporen. Diese liefen längs der Ostwand hinter dem Altar und längs der Nordwand, während die Südwand ohne Emporen war. So sah das Innere wesentlich anders aus als heute.

Im Jahre 1659 wurde in der alten Kirche unter dem Pfarrer Christian Wolff eine neue Decke verfertigt.

1841 wurde beschlossen, die bisherigen Vorbauten abzubrechen, und die Kanzel über dem Altar anzubringen. Der Orgelbauer Poller in Schönheide wurde mit dem Einbau einer neuen Orgel beauftragt. Während des Umbaues wurde der Gottesdienst im Pfarrhof abgehalten. Der Bau ging flott vonstatten, und bereits im Advent des Jahres 1842 konnte die Einweihung angesetzt werden. Das Innere der Kirche wurde aber erst im Laufe des Jahres 1843 fertiggestellt. Mit der Innenausstattung wurde der Hermannsdorfer Tischlermeister Carl August Schmiedel beauftragt. In demselben Jahre wurde auch der Kirchturmknopf abgenommen und vergoldet, sowie ein Blitzableiter angebracht. Auch eine neue Turmuhr wurde für 100 Taler beschafft. Aber ehe man mit all diesen Arbeiten fertig war, wurde Hermannsdorf von einem Hagelwetter heimgesucht, welches in der Kirche 216 Fensterscheiben zertrümmerte. Die Gesamtkosten für sämtliche erneuerungsarbeiten betrugen über 5000 Taler. Beide Orte, Hermannsdorf und Dörfel, erklärten sich nach Aufstellung des Tilgungsplanes bereit, diese Bauschuld innerhalb 20 Jahren zu tilgen.

Aber schon 7 Jahre nach der Fertigstellung der Kirche machte sich eine Reparatur nötig. Der Fußboden und ein Teil der Bänke waren durch den Schwamm angegriffen. Infolgedessen wurde der Fußboden mit Steinplatten belegt.

1852 wurden die Treppen zur Empore, sowie der Pfarrerstand erneuert.


Nr. 7 v. 9. Februar 1930

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Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt Nr. 7 v. 9. Februar 1930, S. 5

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