Annaberg im Spiegel der Leipziger Chronik. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Annaberg im Spiegel der Leipziger Chronik.

1929 > 1929-10

Johann Jakob Vogel führt in seinen 1714 erschienenen „Annales Lipsiensis“ verschiedentlich die Stadt Annaberg betreffende, geschichtswissenschaftlich interessante Daten an. Dem aufmerksamen Leser werden einige, dem Historienschreiber unterlaufene Anachronismen nicht entgehen, doch ist dies wohl zu verzeihen, beruhte doch das gesamte Nachrichtenwesen damals fast ausschließlich auf dem vom „Hörensagen“, aus dem sich vielfach auch die schriftlich vorliegenden Quellen aufbauten, aus denen Vogel schöpfte. Immerhin ist es interessant zu lesen, wie die Annaberger Ereignisse sich in der Leipziger Chronik widerspiegeln.

Die erste uns hier interessierende Nachricht datiert aus dem Jahre 1547. Es steht da dem Wortlaute nach: Anno 1547: „Nachdem auch dieses Jahr L. Wolffgang Pfendner, Archi-Diaconus bey der Kirchen zu Sankt Nicolai nach Annaberg vociret ...“.

Anno 1561: „In diesem Jahr sollen, wie die Annaberger Annales melden, die Spitzen- und Kleppel-Boorten, oder die Kleppelei in Annaberg erdacht und aufgebracht worden seyn.“

Zehn Jahre später finden wir die nächste Meldung: „Den 12. September hat eine löbliche Medicinische Facultät (zu L.) zum Doctor gemacht u. a. L. Michael Barth, Annabergiensis.“

1574: „Den 29. September wird M. Balthasar Klein von Annaberg Diaconus bey der Kirchen zu Sankt Nikolai (in L.).“

Die nächste Aufzeichnung betrifft ein Unwetter, das zu Annaberg großen Schaden getan haben soll. Vogel schreibt: „Den 4. Decembris 1588 ist ein schreckliches Donnerwetter mit großen Blitzen, Regen und Schnee entstanden, welches an unterschiedenen Orthen, sonderlich zu Annaberg eingeschlagen und die Kirch-Thürme angezündet.“ (?)

Anno 1599 gedenkt der Chronist eines sehr verdienstvollen und tüchtigen Annaberger Handwerkers bei der Reparatur des Rathausturmes zu Leipzig: „Dazumahl ist auch ein neues Uhrwerck sambt Zeiger, ingleichen des Mondes Kugel, darnach der gemeine Mann jederzeit sich richten und sehen kann, ob der Mond neu oder voll, in ab- oder zunehmen ist, von George Wernern, einem Uhrmacher in Annaberg, auffgesetzet worden.“ - Merkwürdiger Weise vergißt unser Gewährsmann die Aufzeichnung des großen Brandes, der am 27. April 1604 unsere Stadt heimsuchte.

(Schluß folgt.)


Nr. 10  v. 10. März 1929



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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 122. Jahrgang, Nr. 10, 10. März 1929, S. 1

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