Annaberg in der Bibliographie der Sächsischen Geschichte. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Annaberg in der Bibliographie der Sächsischen Geschichte.

1929 > 1929-36

Von Joh. O. Sehm, Dresden.

Seit einigen Jahren erscheint in den Schriften der Sächs. Kommission für Geschichte die „Bibliographie der Sächsischen Geschichte“, herausgegeben von Rudolf Bemmann u.a. Mit diesem Hauptkatalog aller zur Geschichte Sachsens erschienenen selbständigen Druckschriften und Aufsätze erhalten wir ein Werk, welches allen denen ein Bedürfnis geworden war, die sich unterrichten wollen, ob und was auf irgend einem Gebiete über Sachsen veröffentlicht worden ist, und ohne das Sachsen hinter anderen Ländern bisher zurückgeblieben war.

Nach Vollendung wird ein stattliches Werk vorliegen. Man muß die außerordentliche Mühe und Kleinarbeit bewundern, mit der die Zehntausende von Titeln zusammengetragen, geordnet und in handlicher, übersichtlicher Buchform dem allgemeinen Gebrauche zugänglich gemacht worden sind. Bis jetzt liegen Teil I und II vollständig und vom II. Teile der 1. Teilband in zusammen 4 Büchern vor. Teil I, Halbband 1 und 2, enthält die allgemeine Landes- und Fürstengeschichte, Teil II die Geschichte der einzelnen Landesteile und Teil III, Teilband 1, die Geschichte der Orte mit den Anfangsbuchstaben A bis L. Vom III. Teile stehen der 2. Teilband, Geschichte der Orte mit den Anfangsbuchstaben M bis Z, und der 3. Teilband, Geschichte der drei Großstädte Chemnitz, Dresden und Leipzig, noch zu erwarten.

Von den Annaberger Geschichtsfreunden und allen sonst Interessierten wird der im Vorjahre erschienene Teilband des III. Teiles der Bibliographie begrüßt worden sein, denn er enthält die

Ortsgeschichte von Annaberg.

Alles, was an Schriftwerk von einigermaßen Bedeutung in langen Jahrhunderten über Annabergs Geschichte im Druck erschienen ist, findet sich hier getreulich verzeichnet. Es ist eine stattliche Fülle, mit der die Stadt vertreten ist; über zwanzig Seiten nehmen die Titel ein. Viel ist es auch, wenn man es mit anderen Städten vergleicht, z.B. Aue, welches gleich anschließend aufgeführt ist und das, obwohl gegenwärtig größer, so doch von geringerer Bedeutung in der Vergangenheit und mit weniger geschichtlichen E reignissen, nur reichlich eine Seite, den zwanzigsten Teil, füllt.

Mancher wird meinen, ein solches Bücherverzeichnis sei trockener Stoff. Und doch, abgesehen von seinem Nutzen als Nachschlagewerk, was erzählt es nicht alles, wenn man die einzelnen Abschnitte durchgeht. Die Vergangenheit der Stadt wird wieder lebendig, bedeutende Ereignisse treten hervor, rufen Sorgen der Einwohner früherer Zeiten mit denen von heute wach. Stürmische Gründerjahre, niedergehender Wohlstand, Friedenszeiten mit frohen Festen, Kriegsjahre mit schwerer Not, Aufbau und Brände, Seuchen und Hungersnöte, reiche Ernte aus dem Schoße der Erde, einfaches Handwerk und neuzeitlicher Verkehr wechseln in bunten Bildern.

Innerhalb der wohlgeordneten Abteilungen ist alles durcheinandergewürfelt, soweit Wert und Umfang des einzelnen Druckerzeugnisses in Frage kommt. Dicke Bücher sind zwischen Zeitungsartikeln aufgeführt, wobei es leicht denkbar ist, daß ein einfacher, aber gründlicher und gewissenhafter Zeitungsaufsatz mehr Beachtung verdient, als Manches wahllos ohne Prüfung zusammengetragene Buch; Prosa wechselt mit Poesieergüssen, klassisches Latein mit modernem Stil, alles von unterschiedlichem Wert.

(Fortsetzung folgt.)


Nr. 36  v. 8. September 1929



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Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 122. Jahrgang, Nr. 36, 8. September 1929, S. 5

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