Annaberger Markt vor 70 Jahren - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Annaberger Markt vor 70 Jahren

Annaberger Markt 1856

Das Eckhaus links ist das Haus Kleine Kirchgasse 2 (jetzt verw. Martin; zuerst erbaut von dem reichen Fundgrübner Andreas Geßner, der 1519 Ratsherr wurde und am 12.8.1533 starb, später Stammhaus der Familie Köselitz und Wohnhaus der mit ihr verschwägerten Familie Schreiber: bekannte Namen aus der Geschichte des T. A. W.).

Das Haus Markt 2 (jetzt Drogist E. C. Apian-Bennewitz) wurde erbaut von Matthes Tuchscherer, der 1521-1545 Ratsherr war, später war es das Wohnhaus vom Bürgermeister Christoph Jahn (1586-1600), nach ihm bewohnte es Christian Heinrich Tilling, später der Kaufmann Julius Thieme und dann Kürschnermeister Rob. Lehnert.

Markt 3 (jetzt Löwenapotheke) wurde von Hans Zapff erbaut, dessen Sohn Wolf um 1520 darin "Gastung hielt"; 1638 verlegte Joh. Merkel die Apotheke aus dem Rathause hierher. Ihm folgten als Apotheken- und Hausbesitzer 1687-1713 M. Merkel, 1713-1721 G. Merkel, 1721-1755 J. Chr. Themel, 1755-1795 verw. Themel, 1795-1821 F. A. Hertel, 1821-1827 verw. Hertel, 1827-1832 vhl. Meyer geb. Hertel, 1832-1838 K. H. Binder. Seit 1838 befindet sich die Apotheke im Besitze der Familie Bretschneider. Am 1. Juli gen. Jahres übernahm sie der Großvater des jetzigen Besitzers, Herr Carl Ferdinand Bretschneider, von 1872 bis 1905 Carl Louis Bretschneider, und seit diesem Jahr Max Richard Bretschneider.

Das Eckhaus Große Kirchgasse 1 (das Stammhaus der Firma Ferd. Zeidler & Söhne) wurde von Ullrich Arzt erbaut, nach ihm war Besitzer Johann Biener, der 1546 Ratsherr wurde, 1562 starb. Seine Kinder, Geschwister Biener, kamen beim Stadtbrande am 27.4.1604 ums Leben. Das Haus verblieb dann im Besitz der Familie Gensel bis ca. 1840; hierauf erwarb es Chr. K. Fr. Fischer und später Chr. Ferd. Zeidler.

Große Kirchgasse (Giebel des Hauses) Nr. 2 (jetzt Gastwirt Guido Schulze, "Bergamt"). Erster Besitzer war Jakob Staude, der 1540 Ratsherr, 1542 Richter war und 1543 starb. Es ging in den Besitz des Feldhauptmanns Wolf Tiefstetter über, eines Schwiegersohnes des Ratsherrn Hans Unsinn, der 1553 starb. Im 18. Jahrhundert diente es als Gewandhaus; bis 1826 blieb es im Besitze des Bürgermeisters J. H. C. Querfurth bezw. dessen Witwe; 1826-1856 befand sich hier das Kgl. Bergamt; zeitweise auch das Telegraphenbureau des Postamtes. Spätere Eigentümer waren Fleischermeister Anger und Konditor Osw. Schaarschmidt.

Das Eckhaus Große Kirchgasse und Buchholzer Straße 1 (seit 1907 Kaufhaus Ferd. Zeidler & Söhne) wurde von Matthes Cramer erbaut. Später wurde es Besitztum der Familie Rubner. Um 1840 kam es an F. Chr. E. Seidel, dann an Kaufmann Gust. Ad. Tasche und nach diesem an Fleischermeister G. A. Horn.

Das Eckhaus Markt und Buchholzer Straße 2 (jetzt "Museum") erbaute Philipp Weinbeer, ein Schmelzer von Geyer, der 1496 Bergmeister, 1506 Ratsherr, 1507 Richter, 1517 Bürgermeister wurde und 1518 starb. Sein Nachfolger im Besitz war Hans Unsinn, 1531-1553 Ratsherr; um 1604 kam es an den Kauf- und Handelsherrn Christoph Lahl; später an Dr. Johann Martin Schwabe, geb. 1664, 1700 Ratsherr, 1703 Richter, 1717 Bürgermeister, gest. 1735; hierauf an J. C. Fr. Conrad, 1755 Ratsherr, 1764 Richter, 1774 Bürgermeister, gest. 1801. Aus seinem Erbe wurde es 1814 das Heim der "Museumsgesellschaft" und gehörte später dem Hotelbesitzer Franz Jäger und verschiedenen anderen Besitznachfolgern.

Markt 4 (jetzt "Adler-Drogerie", Bes. Martin) erbaute Oswald Goldschmidt, später ging es in den Besitz der Familie Hiebner: Joh. Chr. H., geb. 1678 zu Schneeberg, Kaufmann, 1718 Ratsherr, 1723 Richter, 1739 Bürgermeister, gest. 1765, und dessen Sohn Dr. Fr. G. H., geb. 11.12.1726, prakt. Arzt, 1762 Ratsherr, 1771 Richter, gest. 13.11.1793; Besitznachfolger waren: A. F. Glumann, Chr. G. Rülke, Kfm. F. L. König (Kommissionsgeschäft), E. Reuther, A. Schreiber, R. Horn.

Markt 6 (z. Teil, jetzt Besitzer G. Meyer) wurde von Heinrich Goldschmidt erbaut; später gehörte es J. Winkelmann, Ant. Rudolf, G. Nobis und 4 Generationen von dessen Erben, Fr. Zeidler, C. Hohl, Heinr. Freymann, P. Horn.
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Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 25, 20. Juni 1926


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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 119. Jahrgang, Nr. 25, 20. Juni 1926, S. 1

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