Annabergs bauliche Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten (2). - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Annabergs bauliche Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten (2).

1893. Stadtkrankenhaus.

Infolge Platzmangels machte sich die Erweiterung des Stadtkrankenhauses erforderlich. Der örtlichen Verhältnisse wegen kam ein anbau an das alte Haus nicht in Frage. Deshalb wurde nach langen Erörterungen 1893 oberhalb desselben das sogenannte Isolierhaus, jetzige Frauenabteilung, errichtet und durch einen massiven Verbindungsweg mit dem alten Haus verbunden. Es enthält 7 Krankenzimmer für etwa 20 Betten, 2 Zellen für Tobsüchtige, Desinfektionsraum, Bad und die nötigen Nebenräume. Der Kostenaufwand betrug einschließlich innerer Ausstattung 55.000 Mark. Aber bereits nach wenigen Jahren stellte sich wieder Platzmangel ein, sodaß man sich im Jahre 1910 zum Bau der entlang der Feldgasse stehenden massiven Isolierbaracke entschloß. Hierzu war vorher das Beyer'sche Haus angekauft und abgetragen worden. 1926 erfolgte dann noch ein weiterer Anbau an die obige Isolierbaracke. Trotzdem reichten die vorhandenen Räume schon seit Jahren nicht mehr aus, sodaß zahlreiche Vorschläge für eine Erweiterung der bestehenden Anlagen bearbeitet wurden, die aber alle an den beschränkten Platzverhältnissen scheiterten. Mit Rücksicht hierauf hatte man sich deshalb in letzter Zeit entschlossen, einen Neubau an anderer Stelle für etwa 200 Betten zu errichten. In den Jahren 1929/1930 wurde aus diesem Grunde durch den Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Annaberg der Neubau des Bezirkskrankenhauses an der Chemnitzer Straße ausgeführt. Seit dieser Zeit ist auch das Stadtkrankenhaus in das Eigentum des Bezirksverbandes übergegangen.


Das Rathaus

hat im Laufe der Jahre innen und außen mancherlei Umwandlungen erfahren. 1894 wurde die alte ungenügende Abortanlage in eine solche mit Wasserspülung umgebaut, das Hintergebäude um ein Stockwerk erhöht und eine Feuerlöscheinrichtung eingebaut. 1904 kam mit dem Sächsischen Staatsfiskus ein Vertrag zustande, nach welchem das vormalige Bezirksgericht und seit 1879 Justizbeamtenwohngebäude, jetzige beiden Seitenflügel an der Wolkensteiner Straße und dem Marktgäßchen, und das Hintergebäude am Fleischerplatz in das Eigentum der Stadtgemeinde zurückkamen. Die Gebäude waren 1850 dem Sächsischen Staate zur Errichtung eines Kollegialgerichtes von der Stadt unentgeltlich überlassen worden. Für diese Zurückübereignung trug die Stadt die Baukosten von 106.000 Mark für das neue Justizbeamtenwohngebäude Ecke Logen – Felix-Weiße-Straße und gab außerdem den 2225 qm großen Bauplatz mit Anliegerkosten. Sie hatte aber damit auf Jahre hinaus die nötigen Räume gewonnen für die städtische Verwaltung. Im Jahre 1906 wurden die Gebäude im Rathaushof, die fast den ganzen Hof bis auf schmale Gänge ausfüllten, abgebrochen und die Küche des Ratskellers vergrößert. 1907 wurden Umbauten im 2. Obergeschoß vorgenommen, die neue Treppe nach diesem Geschoß gebaut und das ganze Gebäude mit Zentralheizung versehen. 1911 wurde der Buchhändlerladen im Erdgeschoß zur Polizeiwache geschlagen und in dieser zwei Zellen für Inhaftierte eingebaut,1916 auch noch die Wohnräume im dritten Obergeschoß zu Diensträumen umgebaut und die Treppe im rechten Seitenflügel vom 1. Obergeschoß ab aufwärts beseitigt. Im Jahre 1922 wurde der Stadtverordnetensaal mit den Ausschußzimmern umgebaut und 1925 das Ratssitzungszimmer und der Ratskeller neu vorgerichtet. 1926 wurden Schwammbeseitigungsarbeiten im Rathausboden vorgenommen, 1927 erfolgte der Umbau und die Vergrößerung der Polizeiwache, sowie die Renovierung des Rathauses innen und außen. 1928 wurde eine neue Ratstelephonanlage eingebaut. 1929 erfolgte eine bedeutende Vergrößerung der Polizeiräume durch Hinzunahme der Läden von Zigarrenhändler Seyfert und Gärtnereibesitzer Langer. Ferner wurden sämtliche Polizeiräume mit einer neuzeitlichen Heizung versehen. Im Jahre 1930 wurden die Hausflur im Rathause neu vorgerichtet und 1931 Umbauarbeiten im Ratskeller mit Küchenvergrößerung usw. vorgenommen.

Das ehemalige Beyersche Wohnhaus an der Feldgasse, das 1910 abgetragen wurde und an dessen Stelle heute die Isolierbaracke des Annaberger Krankenhauses steht.

Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 126. Jahrgang, Nr. 12, 19. März 1933, S. 2

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