Bilder aus dem Obererzgebirge. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Bilder aus dem Obererzgebirge.

Weihnachtsberg-, Pyramiden- und Leuchter-Ausstellung in Geyer.

Das Charakteristikum der Nachweihnachtszeit sind für unser Obererzgebirge die Schnitzausstellungen. Sie führen all das herrliche Weihnachtsgut heraus aus der Häuslichkeit und machen es durch übersichtlich angeordnete Ausstellungen der Allgemeinheit zugängig, die ihr großes Interesse stets durch zahlreichen Besuch dieser Veranstaltungen bekundet. Die zünftigen Schnitzer fahren von Ort zu Ort, um sich vom Stand ihrer Kunst in anderen Bezirken zu überzeugen, um zu lernen und um Kritik zu üben.

Der Schnitz- und Krippenverein Geyer, der sich unseren Lesern bereits in der Weihnachtsausgabe des I. E. S. 1932 in Wort und Bild vorstellte, trat am 7. Januar mit seiner 4. großen Weihnachtsschau, die er bis zum 23. Januar offen hält, im Saale des Hotels Bayrischer Hof auf den Plan. Unseren ausführlichen Bericht in T.A.W.-Nr. 7 ergänzen wir heute durcheine reichhaltige Bildeschau.
Geyer, Teilansichten des 40m² großen Vereinsberges
Teilansichten
des 40 m² großen mechanischen Vereinsberges.
Von der 40 m² großen, mechanischen Vereinskrippe geben wir zwei markante Bildausschnitte. Wir sehen oben links die Zimmermannswerkstatt Josephs, von der aus in verschiedenen Stationen die Jesus- und Weihnachtsgeschichte darstellerisch ausgeht.
Geyer, Weihnachtsberge von A. Reuter und E. Lang
Oben: Weihnachtsberg von Arthur Reuter, Geyer, 
unten von Emil Lang, Geyer.
Wie richtungsweisend das Werk der Vereinskrippe im Laufe der vierjährigen Bauzeit wurde, zeigen die beiden Krippen Geyerischer Schnitzer, deren Landschaftsbild für die im Verein vertretene Auffassung Zeugnis ablegt.
Pyramiden
Aufmarsch der Pyramiden.
Die große Zahl der Pyramiden, die unser letztes Bild zeigt, gibt einen Anhalt von der Reichhaltigkeit der Geyerschen Ausstellung, die in ihrer Vielseitigkeit und Mannigfaltigkeit einen unerschöpflichen Stoff zum Beschauen bietet, immer wieder zu vergleichenden Betrachtungen anregt und nachhaltige Eindrücke vermittelt. Die große Liebe zur Heimat und der bewundernswerte Fleiß der Geyerschen Schnitzer haben in den in dieser Ausstellung zusammengefaßten Kunstwerken eine Tat vollbracht, die voll gewürdigt zu werden verdient.
(Sämtliche Aufnahmen: Photo-Knaut, Geyer.)
Ein origineller Mildenauer Weihnachtsberg
wird in der am 15. Januar beginnenden Ausstellung des Schnitz- und Krippenvereins "Glück auf", Mildenau, gezeigt. Arno Brückner geht hier grundsätzlich einmal andere Wege und nahm sich eine Wildfütterung als Vorwurf für den von ihm geschaffenen Weihnachtsberg. Die edle Haltung des Wildes in seinen verschiedenen Stellungen stellt dem Schöpfer des originellen Kunstwerkes das beste Zeugnis für seine Schnitzfertigkeit aus.
(Photo: A. Hiemann-Mildenau.)
Mildenauer Weihnachtsberg
Dachstuhlbrand der neuen Schule in Schlettau.

In den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonntags brach im Dachstuhl der 1890 erbauten Schule Feuer aus, das sehr rasch um sich griff. Dem tatkräftigen Eingreifen der Wehren von Schlettau, unterstützt von der Scheibenberger Wehr, ist es zu danken, daß das 24 Meter lange und 10 Meter breite Gebäude erhalten blieb. Der Dachstuhl war allerdings nicht zu retten. Nach der sofort eingeleiteten Untersuchung wird vorsätzliche Brandstiftung vermutet. Auf die Ermittlung des Brandstifters ist eine Belohnung ausgesetzt worden.  
(T.A.W.-Photodienst.)
Schlettau, Schule
Ein Opfer des Glatteises
wurde am 7. Januar auf der Staatsstraße Ehrenfriedersdorf—Geyer ein auswärtiger Möbelkraftwagen, der unweit des Gasthauses "Morgensonne" infolge der plötzlich aufgetretenen Glätte ins Rutschen kam, seitlich einen Baum anfuhr und dann mit dem Kühler gegen einen anderen Baum rannte, der glücklicher Weise stand hielt und ein größeres Unglück verhütete.
(T.A.W.-Photodienst.)
Unfall auf der Staatsstraße Ehrenfriedersdorf—Geyer

Im Schmuck des goldenen Reifes.

August Schulz und Frau Marie geb. Bitterlich, Crottendorf, Cranzahler Straße 185F.
konnten am 2. Weihnachtsfeiertag in voller geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Dem Jubelpaar sind 4 Kinder, 25 Enkelkinder und 1 Urenkel beschieden. Schulz ist 55 Jahre Mitglied der Crottendorfer freiwilligen Feuerwehr, 50 Jahre Mitglied des Militärvereins I und ca. 40 Jahre Mitglied der Freischützenkompanie. Möge dem Jubelpaar noch ein langer, gemeinsamer und friedevoller Lebensabend beschieden sein.
August Schulz und Frau Marie geb. Bitterlich, Crottendorf
50 Jahre aktiver Sänger.

Gustav Meyer, Frohnau, Ehrenmitglied im MGV. "Sachsentreue"-Frohnau wurde am 7. Januar durch den Vorsitzenden des Obererzgebirgischen Sängerbundes, Lehrer Mitte-Buchholz, die goldene Sängerbundesnadel und die höchste Auszeichnung des Deutschen Sängerbundes, der Ehrenbrief, mit ehrenden Worten überreicht, nachdem Vereinsvorsitzender A. Sonntag dem Jubilar für seine Treue gedankt hatte. Wir beglückwünschen diesen Getreuen des deutschen Männergesanges herzlichst und wünschen, daß es ihm noch recht viele Jahre vergönnt sein möge, die Sängerideale zu pflegen.
Gustav Meyer, Frohnau

Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 
Nr. 3 v. 15. Januar 1933

Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 126. Jahrgang, Nr. 3, 15. Januar 1933, S. 7

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