Ehrenfriedersdorf.

Erzgebirgisches Sonntagsblatt 119. Jahrgang, Nr. 21, 23. Mai 1926, S. 2

Aus dem Heimatmuseum in Ehrenfriedersdorf.

Nebenstehendes Bild von den Halden des Sauberges zeigt in der Mitte die sogenannte Stoppfabrik, die in den letzten Jahrzehnten von Beamten des Bergwerks bewohnt war. Links davon ist die Gläsersche Wirtschaft. Die übrigen Gebäude waren Pochwerke und Zinnwäschen. In einem der Schächte des Sauberges, in Brünlers Fundgrube, ist 1605 der Bergmann Oswald Barthel verunglückt. Seine Leiche fand man erst 60 Jahre später, 1665, unversehrt und wohlbehalten, so daß ihn seine inzwischen zur Greisin gealterte Braut wiedererkennen konnte. — Die Berggrabebrüdergesellschaft, zu deren Gründung das feierliche Begräbnis Barthels die Veranlassung gewesen sein soll, besteht heute noch. Ihre alljährliche Versammlung zum Frühjahrsmarkt heißt man „Lange Schicht”. In der diesjährigen „Langen Schicht” wurde beschlossen, an der Fundstelle Barthels auf dem Sauberge einen Gedenkstein zu errichten. Ein Grundstock hierfür ist bereits gebildet. Weitere Spenden nimmt der Vorsitzende der Berggrabebrüderschaft, R. Kuniß-Ehrenfriedersdorf, entgegen. Hoffentlich gelingt die Verwirklichung dieses Planes recht bald.