Der sportliche Teil des zweiten Winterfestes in Annaberg - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Der sportliche Teil des zweiten Winterfestes in Annaberg

1929 > 1929-04

begann am Sonntag, den 20. Januar, 8 Uhr früh, mit Skilangläufen, zu denen in 5 Klassen 131 Läufer und Läuferinnen starteten. Ihnen schlossen sich im Mannschaftslauf 9 Mannschaften an.

Das Bobfahren vom Pöhlberg, als Schönheitswettbewerb gedacht, sah 7 Bobs, die Mannschaften in schmuckem Dreß, am Start.

Im Wettrodeln der Kinder und Jugendlichen wurden 114 Schlitten abgelassen.

Das Wetter, welches am Vortag zu den ärgsten Befürchtungen Anlaß gab, hielt sich im Laufe des Sonntags wenigstens so, daß alle Wettbewerbe ausgetragen werden konnten.

2. Winterfest Annaberg 1929, Eishockey-Wettkampf

(Photo: A. Reiche-Annaberg.)

Der Eishockex-Wettkampf auf dem Schutzteich,

aus dem unser nebenstehendes Bild einen Ausschnitt gibt, sah den Chemnitzer Ballspielclub als Sieger (3:1) über den ehrenvoll unterlegenen V.f.B.-Annaberg.

Mit diesem interessanten Spiel schloß der in allen Teilen sehr gut vorbereitete Vormittag.

Winterfest Annaberg 1929, Schauspringen
Winterfest Annaberg 1929, Schauspringen

(Aufnahmen Photoatelier A. Meiche-Annaberg.)

Das Schauspringen an der Pöhlbergschanze

hatte ein nach vielen Tausenden zählendes Publikum angezogen. 136 Nummern nannte die Startliste und viele Namen von Klang befanden sich unter denen, die um die Ehre des Tages stritten. Leider war die Sicht durch Nebel etwas getrübt, so daß der Ablauf nicht zu sehen war. Den am Auslauf stehenden Zuschauern erschienen die Springer wie aus den Wolken kommend. Tatsächlich konnten auch die Springer vom obersten Punkt des Ablaufes die Sprungschanzenkante nicht erkennen. Sie fuhren in ein Nebelmeer. Trotz aller dieser Schwierigkeiten und schwereren Schnee wurden recht gute Sprünge gezeigt, da alle Teilnehmer mit äußerstem Schneid über die Schanze gingen und sich auch im Auslauf wacker hielten, so daß Sprünge bis 26 m erreicht wurden. Der gesamte Sprunglauf vollzog sich ohne Unfall.

Der Festzug durch die Stadt.
(Erläuterung zu den Bildern des T. A. W.-Photodienstes auf der Titelseite)


war als Schaustück der Veranstaltung der Hauptanziehungspunkt für Einheimische und Auswärtige. Aus der Fülle der vielseitigen Eindrücke rettete unser Photodienst die auf der ersten Seite wiedergegebenen Aufnahmen.  1. "Nach dem neuen Annaberger Wochenmarkt" verlangt die originelle von Volksschule III gestellte Gruppe.  2. Die Jugendgruppe des V. D. A. stellte eine bunte Zigeunerschar.  3. und 13. Die Förderung des Verkehrs und des Wintersportes charakterisierten der T. A. W.-Schlitten und das T. A. W.-Auto.  4. Schlitten aus den Stülpnergruppen des Militär-Vereins 133er.  6. "Sauleed" eine lustige Gruppe der Annaberger Fleischer-Innung.  8. Schwimmverein 07 Annaberg, hinter dem "Neptun"-Schlitten.  9. Die Völkerschau der Volksschule II.  10. "Das Winterwetter" (Petrus als Wettergott), gestellt vom T.-V. "Gut Heil" (5. die mit dem Zeichen DT geschmückten Pferde dieses Schlittens),  11. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz,  12. "Lustige Weihnachtsbäckerei", gestellt von der Annaberger Bäcker-Innung. — Den Abmarsch der Zuschauermassen vom Markt durch die Große Kirchgasse sehen wir in Bild 7.

Das Skijöring

schloß sich unmittelbar an den Festzug an. Der Annaberger und Cranzahler Reitverein traten in stärkster Beteiligung an und boten auf dem Schillerplatz ein allgemein ansprechendes Figurenreiten in verschiedenen Gangarten. Skijöring wurde in Annaberg erstmalig zum Wintersportfest 1913 geboten.

Annaberger Winterfest 1929, Skijöring

(Photo: Edelmann, Annaberg)

Ein Skifahren hinter Motorrädern und Autos

fand zu gleicher Zeit statt. Diese Kombination von Sport- und Motorkraft wurde hier zum ersten Male gezeigt und fand naturgemäß stärkstes Interesse. Die Photoaufnahmen vom Winterfest wurden durch unsichtiges Wetter und Nebel sehr erschwert, geben aber trotzdem eine gute Übersicht über die Veranstaltung.

(Photo: A. Meiche, Annaberg)


Nr. 4 v. 27. Januar 1929



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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 122. Jahrgang, Nr. 4, 27. Januar 1929, S. 4

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