Ehrenbürger der Stadt Annaberg. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Ehrenbürger der Stadt Annaberg.

Noch alle werden sich jener Tage erinnern können, in denen Rat und Stadtverordnetenkollegium in dankbarer Anerkennung der großen Verdienste, die sich der ehrwürdige Reichspräsident von Hindenburg und des deutschen Volkes Kanzler, Adolf Hitler, um die deutsche Nation und damit auch um ihre Gemeinwesen erworben haben, in einer denkwürdigen Sitzung beschloß, beide überragende Führer des Volkes zu Ehrenbürgern der Stadt Annaberg zu ernennen. Jene Tage sind insofern auch bedeutungsvoll, als damit zugleich der Zug einer neuen, besseren Zeit Einkehr hielt auch im Annaberger Stadtparlament mit der Erringung der absoluten Mehrheit durch die Fraktion der NSDAP. Während diese Fraktion die Ehrenbürgerschaft für den Reichskanzler beantragte, stellte die damalige bürgerliche Fraktion den Antrag der Ernennung Hindenburgs zum Ehrenbürger. Beide Anträge wurden widerspruchslos angenommen und zugleich namhafte Künstler beauftragt, die Urkunden, die diese feierliche Amtshandlung dokumentieren sollen, anzufertigen. Unser einheimischer Maler und Graphiker Hans Wittig-Friesen, bestens bekannt schon durch eine Reihe vorzüglicher Arbeiten, entwarf die Ehrenbürgerurkunden und stellte damit seine Künstlerschaft erneut unter Beweis, wie das untenstehende Bild zeigt. Sie enthalten rechtsseitig in fein stilisierter Schrift den Ehrenbürgerbrief, während linksseitig einer der schönsten Blicke auf die St. Annenkirche festgehalten ist. Die Deckel der Wappen, die einen ebenso vornehmen wie würdigen Anblick bieten, sind aus Kalbspergament angefertigt und mit echter Randvergoldung versehen. Die beiden neuen Ehrenbürger unserer Stadt haben, wie bereits im T. A. W. veröffentlicht, die Ehrenbürgerschaft unserer Stadt angenommen und ihrer Freude über diesen Beschluß des Stadtparlaments ehrlichen Ausdruck gegeben. Gleichzeitig beschlossen die städtischen Kollegien, beide Ehrenbürger um Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Annaberg zu bitten. Auch diesem Wunsch kamen Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler nach, denen zu diesem Zweck das Goldene Buch der Stadt zugesandt wurde, das inzwischen wieder, mit Eintragungen versehen, zurückgelangt ist.
Ehrenbürgerbriefe für Hindenburg und Hitler.
Die Ehrenbürgerbriefe für den Reichspräsidenten von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler.
Neben diesen beiden populären und verdienstvollen Volksführern zählt die Stadt Annaberg noch weitere 20 Ehrenbürger, die sich aus den Reihen der Männer zusammensetzen, die sich um das Gemeinwesen der Stadt und das deutsche Volk verdient gemacht haben. Wir lassen nachstehend die Namen der übrigen Ehrenbürger unserer Stadt folgen:

Der erste Ehrenbürger wurde Mag. Christian Heinrich Schumann am 13.5.1838, der von 1825—1855 als Oberpfarrer und Superintendent in Annaberg wirkte. Ihm folgte am 24.11.1858 Bürger und Seidenfärber Philipp Theodor Zürcher, der sich durch ansehnliche Schenkungen und Stiftungen um die Stadt verdient gemacht hat. Nach ihm ist bekanntlich auch der Zürcher-Platz benannt. Am 6.12.1859 ernannten die städtischen Kollegien Gustav Heinrich Freiherr von Biedermann, den Amtshauptmann und Vorsitzenden der Kreisstände des erzgebirgischen Kreises zum Ehrenbürger. Mit der gleichen Würde wurde am 15.6.1860 Kirchen- und Schulrat Dr. Gotthilf Ferdinand Döhner ob seiner Verdienste um das Kirch- und Schulwesen ausgezeichnet. Am 17.9.1861 erfolgte die Ernennung des Geheimen Regierungsrates a. D. Reiche-Eisenstuck auf Rittergut Schönfeld, des ehemaligen langjährigen und hochverdienten Bürgermeisters der Stadt Annaberg, und am 11.9.1874 wurde auch Georg Kurt von Einsiedel, Amtshauptmann in Annaberg, in gleicher Weise geehrt. Stadtältester Johann August Gräfe, der dem Stadtverordneten- und Ratskollegium von 1834—1868 angehörte, wurde am 5.10.1874 und Paul Theodor Schröder, ebenfalls ein treues und eifriges Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums und Hospitalvorsteher (1845—1887), wurde am 6.11.1880 mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Weinige Monate später, am 1.2.1881, erfuhr der verdienstvolle Bürgermeister der Stadt (1843—1880) Johann August Scheibner ebenfalls diese hohe Ehrung. Dann trugen sich in die Ehrenliste unserer Stadt als Ehrenbürger ein am 30.9.1892 Dr. phil. Moritz Julius Spieß, Schulrat und Bezirksschulinspektor, dem dadurch der Dank für sein erfolgreiches Wirken auf dem Gebiete des Schulwesens und der Erforschung der Annaberger Ortsgeschichte zuteil wurde, am 18.10.1892 Gustav Hermann Köselitz, Stadtrat und stellv. Bürgermeister (1871—1897) für seine langjährige ausgezeichnete Wirksamkeit in Annaberg, am 1.4.1895 Reichskanzler von Bismarck (an seinem 80. Geburtstag), am 1.3.1897 Viktor Woldemar Laegel, Mitinhaber der Bank- und Handelsfirma Ferd. Lipfert, für seine Verdienste um das Aufblühen des geschäftlichen Lebens und des Handels im Obererzgebirge, am 11.1.1900 Dr. jur. Emil Hugo Karl Böhme, Rechtsanwalt, Justizrat, Stadtverordnetenvorsteher, für seine langjährige ausgezeichnete Wirksamkeit zum Besten der Stadt (1871—1904), am 29.10.1911 Kirchenrat Lic. theol. Dr. phil. Oswald Schmidt, Superintendent und Oberpfarrer zu Annaberg von 1874—1912, am 2.12.1911 der um das Wohl der Stadt und ihrer Einwohner hochverdiente Stadtverordneten- und Hospitalvorsteher Friedensrichter Julius August Bruno Matthes (von 1904 bis 1919 Stadtverordnetenvorsteher), am 29.6.1914 der allezeit schaffensfreudige und um das Wohl und Ansehen unserer Stadt besorgte Bürgermeister Karl Theodor Wilisch (1886—1914), am 1.3.1922 Kommerzienrat Heinrich Ferdinand Lipfert, der sich tatkräftig für das Aufblühen des geschäftlichen Lebens in Annaberg und im Obererzgebirge eingesetzt hat. Einer, der auch der jüngeren Generation noch in bester Erinnerung ist, Stadtrat Wilhelm Ernst Roch, bis zur letzten Stunde aufopferungsvoll und verantwortungsvoll für unsere Stadt tätig, der "Vater" des Pöhlbergs, wie er auch genannt wurde, erhielt die Ehrenbürgerwürde am 31.12.1923 verliehen und als letzter vor den beiden erstgenannten Volksführern wurde Dr. Dr. ing. e. h. Hugo Eckener aus stolzer Freude über seinen Ozeanflug Europa—Amerika und in dankbarer Würdigung dieser Großtat für das deutsche Volk und Vaterland die Ehrenbürgerschaft unserer Stadt verliehen.
Dr. Eckeners Besuch in Annaberg am 26. Oktober 1925.
Dr. Eckeners Besuch in Annaberg am 26. Oktober 1925.
Stadtrat Alhelm-Dresden, Landesvorsitzender der Zeppelin-Eckener-Spende; Bürgermeister Dr. Niedner; Erster Bürgermeister Dr. Krug; Dr. Eckener; Stadtverordnetenvorsteher Dr. Weigel.

Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 126. Jahrgang, Nr. 30, 23. Juli 1933, S. 1

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