Das Frohnauer Tor mit einem Blick auf das ehemalige "Münzerviertel" und das "Kleine Viertel" um 1860. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

Direkt zum Seiteninhalt
Menü

Das Frohnauer Tor mit einem Blick auf das ehemalige "Münzerviertel" und das "Kleine Viertel" um 1860.

Das vorliegende Bild, der Ausschnitt aus einer alten Lithographie von Carl Frühsorge, etwa aus dem Jahre 1860 stammend, zeigt uns den westlichen Teil Annabergs mit dem Frohnauer Tor, wie es sich dem Beschauer von der Schreckenberg-Ruine aus darstellte. Am Bild-Unterrande entlang zieht sich die heutige Bruno-Matthes-Straße, an der wir als einziges Gebäude die ehemalige Posthalterei erblicken. Gegenüber derselben befand sich damals noch die alte "Butzigerscheune" und an dieselbe schließen sich die heute noch vorhandenen Anlagen an, über denen sich links das ehemals August Schneider'sche (jetzt Carl Riemann'sche) Haus erhebt. Vor demselben (an Stelle der jetzigen Hausgrundstücke Frohnauer Gasse 22, 24 und Berggasse 15, 17) lag der dazu gehörige große Bleichplatz und gegenüber diesem, sehr deutlich auf dem Bilde sichtbar, die drei Häuser an der linken Seite der unteren Frohnauer Gasse, an deren Stelle heute die Krahl'sche Fabrik steht (vergl. I. E. S. Nr. 13 und 14 vom 28. März und 4. April 1926). Nur mit dem Dache sichtbar, sonst aber von der vorgenannten "Butziger-Scheune" verdeckt, stand das vor dem Kriege abgetragene Wohnhaus des Materialwarenhändlers Max Göbel quer über die Straße; ehedem befand sich an seiner Stelle das Torwärterhäuschen (I. E. S. Nr. 49/50). Von der oberen Frohnauer Gasse sind links nur die Häuser Nr. 5 (Reichel), 7 (Markert) und 9 (Klein) zum Teil und rechts die Rückseite der Häuser Nr. 14 (Heilmann), 16 (Wölfel) und 18 (Bergelt) sichtbar; das an letzteres stoßende Haus Steigergasse 2 (Müller) ist erst später erbaut worden.

Oberhalb der Frohnauer Gasse ragt die Berg- oder Marienkirche hervor; rechts unterhalb derselben das ehemals Benedict'sche, später Brodengeyer'sche, jetzt städtische Haus am Benedictplatz mit seinem bis an die Stadtmauer herabreichenden Garten. Weiter rechts davon zeigt sich die Hinterfront der am Karlsplatz gelegenen "Gerhard-Häuser" und weiter hinten der alte "Poststall" (jetzt Johannisgasse Nr. 17 [Kaiser]).

Nach oben zu auf dem Bilde schließen sich dann die Häuser des ehemaligen "Kleinen Viertels" (zwischen der großen Kirchgasse und der Buchholzer Straße gelegen) an und in weiterer Entfernung zeigen sich die oberen Häuser von Kleinrückerswalde.

Alles in allem läßt das Bild erkennen, daß eine rege Bautätigkeit in den letzten Jahrzehnten auch diesen Teil der Stadtansicht ganz wesentlich verändert hat.
—m—


Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 1 v. 9. Januar 1927


zurück


Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 1, 9. Januar 1927, S. 4

Zurück zum Seiteninhalt