Bilder aus dem Obererzgebirge. - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Bilder aus dem Obererzgebirge.

1929 > 1929-02

Das Steinbacher Christmettenspiel "Christ ward geboren".

Das alte Steinbacher Christmettenspiel "Christ ward geboren" stammt angeblich von dem ehemaligen Kantor Hermann, der ein Vierteljahrhundert an der Steinbacher Schule als Lehrer und Kantor wirkte und 1859 verstorben ist.

Steinbacher Christmettenspiel

Gruppenaufnahme der Spieler in der Kirche von Steinbach. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
(Photo: Krauße-Steinbach.)

Bis 1903 war der Text dieses Christmettenspieles nur in der mündlichen Überlieferung erhalten. Pfarrer Köhler und Kantor Bachmann legten es schriftlich nieder und gaben es in Druck. Die geringe Auflage ist vergriffen.

Im Jahre 1921 faßte Kantor Leuchel-Steinbach den Entschluß, das alte schöne Christmettenspiel völlig neu aufzubauen. Vom alten Spiel wurden beibehalten die Festbegrüßung, das Hirtengespräch auf dem Felde vor Bethlehem, sowie die Gesänge: Auf, beseligte Brüder; Wir danken dir; Das Volk, so im Finstern wandelt.

Für den großen Plan gingen reichlich Spenden euin, so daß das Spiel mit völlig neuer Ausstattung geboten werden konnte. Seit jenem Jahre ist es fast 20 Mal, darunter einmal von Schulkindern, dargestellt worden. Die erzielten Überschüsse sind in den Orgelerneuerungsfond geflossen oder sind zur weiteren, besseren Ausstattung verwendet worden.

Unser Bild zeigt im Vordergrunde die Hirten, dahinter die heilige Familie mit dem Verkündigungsengel, zu beiden Seiten des Altars die Engel mit Palmenzweigen und Metallkronen, links die drei Weisen mit ihren Dienern und dahinter den Leiter der Spiele. Am Altar steht noch der Herold. An der Mauer ist auch die Serpentinstein-Tafel zu schauen, die einst dankbare Schüler dem verstorbenen Kantor Hermann als Grabstein stifteten.

Es sei hier noch besonders erwähnt, daß bei den Mettenspielen am Christtag früh 5 Uhr die fünf sogen. Aufsteckbretter mit mehreren hundert Lichtern illuminiert werden. Der untere Teil dieser Aufsteckbretter ist transparent und zeigt Sprüche aus der Weihnachtszeit.

Die jüngsten männlichen Jahrgänge bedienen jeder ein Brett mit Lichtern, der älteste von diesen hat zudem noch das Vorläuten über. Als Steinbach noch Schwestergemeinde von Satzung war, holte dieser auch in der Christnacht den Pfarrer von Satzung mit dem Schlitten ab, ließ sich bei ihm mit Kaffee und Stollen bewirten und bewirtete den Pfarrer dann seinerseits in Steinbach. Er brachte ihn auch wieder in die Pfarre von Satzung zurück.

— om. —


Nr. 2 v. 13. Januar 1929



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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 122. Jahrgang, Nr. 2, 13. Januar 1929, S. 8

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