Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

Direkt zum Seiteninhalt
Menü

Wer kennt seine Heimat genau?

1927 > Nr. 20/1927
Wo war das?
Erläuterungen zu dem Bild in letzter Nummer.

Ein interessantes Bild aus Schönfeld brachte das unter Nr. 82 gezeigte Hufengut, eine der ersten und ältesten Ansiedlungen in Schönfeld, die gegen 1500 um das Rittergut Schönfeld-Wiesa herum erfolgt sind. Von da aus breitete sich das Dorf in nördlicher und südlicher Richtung längs der alten Heerstraße, der jetzigen Chemnitzer Chaussee aus. Als erster Besitzer wird in der Chronik der Hufenbauer Georg Melzer 1646 genannt. Das Gut blieb 200 Jahre in den Händen der Familie Melzer. Welche Treue zur angestammten heimatlichen Scholle liegt hierin! 1852 ehelichte ein Gutsbesitzer Seidel eine Melzer, dessen Namen das Gut noch im Volksmunde bis auf den heutigen Tag trägt, der es das alte "Seidelgut" nannte. Der Wanderer jedoch kann heute vergebens nach dem altehrwürdigen Baue suchen; denn in dem Jahre der epidemischen Feueranlegerei 1907, als in der Umgegend 11 Feuer, in Schönfeld davon allein 7—8, aufflammten, ist das alte Seidelgut das Opfer böser Bubenhände geworden. An seiner Stelle befindet sich jetzt ein neuzeitlich eingerichtetes Bauerngehöft des Landwirtes Otto Reißig. Nur eine alte 200jährige Riesenulme ist ein stummer Zeige dessen, was das alte Seidelgut erlebt hat.
Suchbild Nr. 83
(Wiesa.) Wo war das? Bild Nr. 83

Erzgebirgisches Sonntagsblatt Nr. 20 v. 22. Mai 1927


Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 20, 22. Mai 1927, S. 5

Zurück zum Seiteninhalt