Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

Wo war das?
Erläuterung zu dem Bild der letzten Nummer.


Einer der ältesten Gasthöfe Annabergs, den unser Bild Nr. 47 veranschaulicht, ist im Verlaufe des Krieges dem öffentlichen Verkehr entzogen worden und das Grundstück in den Besitz der Stadt übergegangen: es ist der "Gasthof zur Goldenen Gans", Klosterstraße Nr. 5 und Münzgasse Nr. 4.

Als drittes Haus Annabergs wurde dasselbe durch Lorenz Pflock (oder Pflugk), der 1502 hier zuzog, als "verständiger Mann", reicher Fundgrübner und Wohltäter 1508 zum Ratsherrn gewählt wurde und 1521 verstarb, erbaut. (Andere behaupten, sein Erbauer sei der Bürgermeister Georg Canz gewesen, jedoch beruht dies auf einer Verwechselung mit dem Nachbarhause Klosterstraße 3.) Nach Pflock ging das Grundstück in den Besitz der Brüder Heinrich und Hans von Elterlein über, die wahrscheinlich auch die erste Gasthofsgerechtigkeit auf dasselbe erhielten. Von den zahlreichen Nachbesitzern sind besonders noch zu erwähnen der Spitzenhändler C. G. Glumann, dem am 6.7.1788 ein Sohn Christian Friedrich Glumann geboren wurde, der hier als Kaufmann tätig war, 1823 Ratsherr und 1830 Stadtrichter wurde, dann aber 1836—1843 (als Vorgänger Scheibners) als Bürgermeister hier amtierte und am 15.3.1868 auf seinem Gute Scheibe bei Wolkenstein gestorben ist. Von weiteren Besitzern des Grundstücks sei hier nur noch F. W. Burkert, Carl Seidel, P. Seidel, G. Neubert und als letzter Wirt Eli Tauscher genannt. — Links auf dem Bilde sehen wir das schon oben erwähnte jetzige Haus Klosterstraße 3, welches von Georg Canz erbaut wurde und vor einigen Jahren ebenfalls in städtischen Besitz überging; am linken Rande wird dann der ehemalige Giebel des Geschäftshauses der Firma C. A. Langer & Co. sichtbar (um 1870 im Besitz von Kaufmann Richard Arenberger, von 1873—1876 Ratsmitglied hier).

Am rechten Bildrande zeigt sich die Ecke der früheren Bergprediger- und Diakonatwohnung; das Grundstück gehörte ehedem der hiesigen Knappschaft, bis es der Eisenhändler Gust. Kirchhof erwarb und umbaute. Im Hintergebäude dieses Grundstücks befand sich zeitweise (nach der Münzgasse zu gelegen) die Münze.

—m—

Wo war das?  Bild Nr. 48


Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 44 v. 31. Oktober 1926


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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 119. Jahrgang, Nr. 44, 31. Oktober 1926, S. 5

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