Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

Wo war das?
Erläuterung zu dem Bild der letzten Nummer.


Das Annaberger Krankenhaus.


Nachdem sich die im Jahre 1827 in den oberen Räumen des Hospitalgebäudes eingerichtete Krankenanstalt mit der Zeit als ungenügend erwiesen hatte, trat im Jahre 1845 ein Komitee zum Zwecke der zur Erbauung eines Krankenhauses (s. Bild Nr. 50) erforderlichen Sammlung von Geldmitteln zusammen, dem auch der Rat in einer Bekanntmachung vom August 1846 sich anschloß. Gleichzeitig wurde eine städtische Deputation zur Vornahme der Vorarbeiten ernannt und diese schlug bald darauf dem Rate unter Beifügung von Bauplänen vor, den sogenannten "Heynegarten" zur Erbauung eines Krankenhauses zu benützen. Dort wurde auch am 2. August 1847 der Grundstein zu dem im Bilde veranschaulichten Krankenhaus gelegt und am 26. Oktober 1849 war der Bau vollendet. Erweitert wurde derselbe 1893 durch die jetzige Frauenabteilung und 1910 durch die Isolierbaracke. (Näheres s. B. Ficker, Annaberg von 1843 bis 1868. Seite 103 bis 107 und I. E. S. 17 vom 25.4.1926.) — Am linken Rande des Bildes, welches uns noch den alten Aufgang zum Krankenhause zeigt, erblicken wir einen kleinen Teil des ehemaligen "Gerisch-Häuschens" (s. Bild Nr. 20 in Nummer 24 der I. E. S. vom 13. Juni 1926).

—m—

Wo war das?  Bild Nr. 51

Ergänzung.

Zu dem "Wo war das?" Bild Nr. 49 in I. E. S. Nr. 45 vom 7.11.1926 und der Erläuterung in Nr. 46 desselben Blattes sind uns einige Mitteilungen geworden, die das lebhafte Interesse unseres Leserpublikums bezeugen und für deren Übermittelung wir bestens danken. Infolge einer Irreführung durch ältere Stadtpläne und Adreßbücher hat eine Verwechselung insofern stattgefunden, als die jetzt noch stehenden Häuser Nr. 9 und 11 der oberen Badergasse mit den auf dem Bilde im Vordergrunde stehenden Häusern des Posamentier Ferdinand Graupner (Vater des vor einigen Jahren verstorbenen Drechslermeisters Oswald Graupner) und des Schuhmachers Härtel verwechselt worden sind. Die geschilderten Häuser Nr. 9 und 11 würden demnach über den rechten Rand des Bildes hinaus zu suchen sein. Das mit der Giebelseite sichtbare Haus zählte unter seinen Bewohnern nach dem Adreßbuche für 1876/77 u. a. den Schlosser Carl Junghans, den Posamentier G. F. Siegel, den Handlungscommis C. H. Siegel, die Stickerin Clara M. Siegel usw. aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß die heutige Fabrik der Firma C. Siegel, Inh. Emil Baumann, auf dem Grund und Boden sämtlicher drei auf unserem Bilde sichtbaren Häuser erbaut worden ist.

Bemerkt sei noch, daß mit der Abtragung des Graupner'schen Grundstücks am 3. Osterfeiertage 1898 begonnen wurde. — Wir wollen nicht verfehlen, den Lesern unserer I. E. S. nochmals für ihr Interesse und ihre für unsere Ortsgeschichte wertvollen Ergänzungen etc. unseren besten Dank auszusprechen.
—m—


Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 47 v. 21. November 1926


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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 47, 21. November 1926, S. 5

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