Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

Wo war das?
Erläuterung zu den Bildern der letzten Nummer.


Der freundliche Weg, nach welchem unser Bild Nr. 52 frug, führt von der Weißmühlenbrücke nach der Hühnerzucht.

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Bild Nr. 53 zeigt uns — von der Bruno-Matthes-Straße aus gesehen — die unmittelbar auf der alten Stadtmauer errichtete Rückseite der jetzt Riemann'schen Wagenremise, am Steinweg Nr. 8. Das unscheinbare Gebäude hat eine verhältnismäßig "große" Geschichte, denn bis Anfang der 1880er Jahre befand sich in ihm das sogenannte "Stadttheater", dessen dumpfiger Räume sich noch viele ältere Annaberger entsinnen dürften. Das Theatergebäude gehörte in seiner "Glanzzeit" der Konditorfamilie Kluge, die es jahrzehntelang besaß und ein Büfett darin unterhielt. Infolge der Lehren aus dem Ringtheater-Brand in Wien (1880) wurde es polizeilich für Theateraufführungen geschlossen und diese fanden von da ab (unter den Direktoren Hohl, Feist u. a.) im Saale des "Bellevue" (jetzt "Schöne Aussicht") statt, bis in den Jahren 1891/1893 das jetzige Stadttheater an der Stelle der alten Gasanstalt errichtet wurde. Früher, vor ca. 120 Jahren, befand sich in dem alten Theatergebäude das städtische Holz- und Reisig-Magazin.

Bemerkt sei noch, daß der obengenannte "Steinweg" bis 1879 "Theatergasse" hieß. — Wie schon in den "Erinnerungen eines alten Annabergers" angedeutet wurde, könnte sich manches Histörchen vom "alten Theater" erzählen lassen, aber das würde hier zu weit führen. Aber gelegentlich einmal.
—m—
Wo war das? Bild Nr. 54


Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 49 v. 5. Dezember 1926


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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 49, 5. Dezember 1926, S. 5

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