Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

Wo war das?
Erläuterungen zu den Bildern in letzter Nummer.

Vom unteren Teile des Mendegäßchens (neben dem Verlagsgebäude des T. A. W.) aus gesehen zeigt uns das Bild Nr. 54 das frühere Haus Karlsplatz 2, an dessen Stelle sich seit 1909 der schöne Neubau des Kaufmanns Fritz Reichenbach befindet. Vor ungefähr 80 Jahren gehörte das Haus dem Polizeiarzt Dr. Otto, der uns einen ausführlichen Bericht über die Annaberger Typhusepidemie von 1855 hinterlassen hat. Dann gelangte es in den Besitz des Kaufmanns Braune, von dem es durch Kauf an den Bankier Ferdinand Lipfert und nach dessen Tode an seinen Sohn Heinrich Lipfert überging. Am 1. Juni 1905 erwarb es Kaufmann Fritz Reichenbach, ließ es 1908 abbrechen und seinen modernen Neubau, den er im darauf folgenden Jahre beziehen konnte, auf derselben Stelle errichten.
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Wo war das? Bild Nr. 56.
Vom alten Schützenhaus in Crottendorf

um das Jahr 1885 brachte Nr. 55 ein seltenes Bild. Das Aussehen des Hauptgebäudes hat sich wesentlich verändert. Das im Vordergrunde links sichtbare Gebäude, der alte Pferdestall, hatte in den Zeiten, in welchen Crottendorf noch keine Eisenbahn besaß, zu den großen Holzversteigerungen jedes Mal etwa 50 Pferde aufzunehmen. Im nächsten Gebäude befand sich der Aufenthaltsraum zum Kegelschub, der sich unmittelbar anschloß und manche fröhliche Runde sah. In diesem Häuschen befand sich auch die Wohnung des langjährigen Hausknechtes, des alten Illig August, der weit und breit als Original bekannt war. Die im Vordergrunde sichtbaren Gebäude, der Pferdestall und die Kegelbahn mit dem langgestreckten Schub existieren nicht mehr. Der Kegelschub ist im Jahre 1890 abgebrannt.


Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 51 v. 19. Dezember 1926


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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 51, 19. Dezember 1926, S. 5

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