Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

Wo war das?
Erläuterungen zu dem Bild in letzter Nummer.

-> Ergänzungen und Korrekturen siehe "Kultur und Heimat" v. Oktober 1955 S. 15f.

Eines der ältesten Häuser der Stadt führt uns das Bild Nr. 56 vor Augen; es ist das kurz nach dem Stadtbrande vom 27. April 1604 erbaute alte Zicklersche Haus, an der Johannisgasse Nr. 15 gelegen. Nachdem es um die Mitte des vorigen Jahrhunderts dem Stadtwachtmeister C. A. Reymann gehört hatte, ging es später in den Besitz des Schlossermeisters C. August Zickler, dann auf dessen Sohn, den Schlossermeister Arno Zickler über. Letzterer verkaufte es am 1.1.1904 an den verstorbenen Kommerzienrat M. Kaiser, dessen Erben es heute noch besitzen. Besonders bemerkenswert an dem Gebäude ist das Rundbogentor mit Steinsitzen an beiden Seiten, wie wir es in gleicher Weise hier nur noch an dem Grundstücke Fleischergasse 12 (Wiederänders) wiederfinden. Über der Tormitte erblicken wir die Inschrift Z. Z. 1605. Der Name des Wiedererbauers läßt sich nicht genau feststellen; nach einem Vermerk in einem der ältesten Erbteilbücher ist aber anzunehmen, daß um das bezeichnete Jahr im Grundstücke ein Zacharias Zickler (jedenfalls ein naher Verwandter des damals amtierenden Stadtrichters und späteren Bürgermeisters Balthasar Zickler, der am 16.3.1615 starb) wohnte und darin "Gastung betrieb". Interessanter noch als die Vorderseite muß zu jener Zeit die Ansicht der Hinterfront des Gebäudes gewesen sein: eine von sachkundiger Seite durchgeführte Erneuerung nach dem Zustande im Jahre seiner Erbauung würde für Annaberg ein wertvolles Baudenkmal aus der Zeit nach dem großen Stadtbrande darstellen. — Links vom "Zickler-Hause" gewahren wir das gleichartige und im wesentlichen wohl gleichaltrige Meixnersche Haus, Johannisgasse 13, während rechts von beiden (Johannisgasse 17, M. Kaiser) von 1508—1793 sich der städtische Marstall, später der Poststall befand.
—m—
Wo war das? Bild Nr. 57.


Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 52, 26. Dezember 1926


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Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 52, 26. Dezember 1926, S. 5

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