Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

1927 > Nr. 4/1927
Wo war das?
Erläuterungen zu dem Bild in letzter Nummer.

Anläßlich der Herbstmanöver 1893 im Obererzgebirge stellte die Militärbehörde neben dem Annaberger Stadtkrankenhause (Ecke des Bildes Nr. 61) die in voriger Nummer gezeigte Baracke auf. Die ärztliche Leitung lag bei Stabsarzt Dr. Thiemer, die Krankenpflege wurde durch das militärische Sanitätspersonal ausgeführt und die Verpflegung hatte das Stadtkrankenhaus übernommen. Die Sanitätsbaracke stand nur 4 Wochen. Während dieser Zeit wurden in ihr 15 erkrankte Soldaten behandelt. — Annaberg hatte damals 20 Jahre keine Manövergäste gehabt und begrüßte darum besonders herzlich das am 16. August 1893 einziehende 3. Bataillon des 5. Infanterie-Regiments Nr. 104 und am 17. August das 1. Bataillon. Das 2. Bataillon wurde in Buchholz einquartiert. Am 21. August begannen die Manöver im Regimentsverband. Das Infanterie-Regiment Nr. 133 manöverierte in der gleichen Zeit bei Scheibenberg und das Schützenregiment Nr. 108 bei Marienberg. Nach den Brigademanövern (5. Infanterie-Brigade Nr. 63, bestehend aus Infanterie-Regiment Nr. 104 und 133, — 6. Infanterie-Brigade Nr. 64, bestehend aus Schützenregiment Nr. 108 und dem Jägerbataillon) bei Annaberg und Marienberg fanden am 9. September die Manöver der 3. Division Nr. 32 statt (Kommandeur Generalleutnant von Kirchbach).
Am 28. August wurden auf den Feldern zwischen dem Webergute und der Wiesenstraße 6 Feldbacköfen aufgestellt, die von Tausenden aus der Umgebung besichtigt wurden. Ein Manöversonderzug aus Leipzig brachte 260 Personen nach hier.

Prinz Friedrich August, Sachsens späterer König, hatte als Kommandeur des Schützenregiments sein Quartier in Warmbad Wolkenstein. Er besuchte u. a. am 20. August den Gottesdienst der katholischen Kirche in Annaberg. Sein Vater, damals Prinz Georg, Herzog zu Sachsen, kommandierender General des XII. Armeekorps, traf am 24. August in Annaberg ein und nahm Wohnung im Hotel "Museum", dessen Besitzer, Posthalter Jäger, der aus 4 Landauern bestehenden Auffahrt vom Bahnhof durch die Buchholzer Straße vorausritt.
Wo ist dieser idyllische Platz? Bild Nr. 62.
Am 11. September fuhr König Albert im Sonderzug durch Annaberg nach Schlettau, ritt in das Manövergelände und kehrte nachmittags nach Annaberg in sein Quartier, das Hotel Museum, zurück. Abends hielt sich eine unübersehbare Menge auf dem Marktplatze vor dem illuminierten Rathause auf.

Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 4 v. 30. Januar 1927


Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 4, 30. Januar 1927, S. 1

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