Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

1927 > Nr. 11/1927
Wo war das?
Erläuterungen zu den Bildern in letzter Nummer.

Unser Bild Nr. 69 führt uns die Umfassungsmauern (Innenansicht) von dem am 12. November 1908 niedergebrannten Malzhaus in Annaberg am unteren Ende der Fleischergasse und des Mühlwegs vor Augen; seine Außenansicht zeigt uns das Bild vom "Annaberger Fleischerviertel" (Nr. 21 des I. E. S. vom 23.5.1926). Im Mai des Jahres 1510 ließ es Herzog Georg als "Kornhaus" erbauen und mit Schiefer decken; nach seiner Vollendung wurde es mit Kornvorräten, die man aus Weißenfels bezog, aufgeschüttet. 1540 übergab es Herzog Heinrich dem hiesigen Rate als Gegenleistung dafür, daß er das Franziskanerkloster als Münze in Anspruch genommen hatte. Darüber ist folgende Urkunde vorhanden: "Von Gottes Gnaden, Wir Heinrich pp., bekennen uns, unsere Erben und Nachkommen und tun kund allermänniglich, daß Wir unserm lieben getreuen dem Rate auf St. Annaberg auf ihr untertänig Ansuchen und Bitte unser Kornhaus, daselbst am Mühltor gelegen, in Ansehung, daß Wir das Kloster allda in unseren Gebrauch genommen und unsere Münze darein verordnet, geeignet und gegeben haben, eignen und geben hiermit kraft dieses Briefes erblich und eigentümlich zu haben und solches nach Gefallen für die Stadtgemeinde zu gebrauchen, innezuhaben und zu genießen, auch ihres Gefallens damit zu tun und zu lassen, ohne Verhinderung und Eintrag treulich und ungefährdet. Zu Urkund etc." In späteren Zeiten (und zwar bis vor etwa 55 Jahren) wurde es als Malzhaus benutzt, später an verschiedene Firmen (Suchen, Bach, Deinel, C. Blümel, Gebr. Haase, Neumark, Gebr. Reuther usw.) verpachtet und befindet sich jetzt in Privatbesitz. — Zum Unterschied von dem "oberen" Malzhaus am böhmischen Tore, welches an Stelle der 1843/44 erbauten katholischen Kirche stand, hieß es vordem auch das "untere" Malzhaus.
—m—
(Annaberg.) Wo war das? Bild Nr. 71
(Buchholz.) Wo war das? Bild Nr. 72.
(Ehrenfriedersdorf.) Wo war das? Bild Nr. 73.
Bild Nr. 70 stammte aus Ehrenfriedersdorf. Es zeigt den Brand des Spediteur Meinholdschen Hauses. Dieses an der früheren alten Bahnhofstraße, der jetzigen Masrktstraße gelegene Gebäude ging am 20. Juni 1900 früh ¼ 5 Uhr in Flammen auf. Den auf den Trümmern errichteten Neubau bewohnt der Sohn des früheren Besitzers, ebenfalls noch das Speditionsgeschäft betreibend.

Erzgebirgisches Sonntagsblatt
Nr. 11 v. 20. März 1927


Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 11, 20. März 1927, S. 5

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