Wer kennt seine Heimat genau? - Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt

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Wer kennt seine Heimat genau?

1927 > Nr. 13/1927
Wer war das?
Wer war das? Nr. 76.
Wo war das?
Erläuterungen zu den Bildern in letzter Nummer.

Das Bild Nr. 74 wird für viele Leser der I. E. S. etwas schwer zu erraten gewesen sein; es führt uns den Bauplatz des Stadtbades bei Beginn des Baues vor Augen. Die entstehung dieser Anstalt im Dienste der öffentlichen Wohlfahrt ist vor allem den Bestrebungen des hiesigen "Badevereins" zu danken, dem es gelang, den Bau des Stadtbades auf dem im Jahre 1902 erworbenen Grundstücke am Benediktplatz unter Entfaltung einer zielbewußten Propaganda durchzusetzen. Die Anlage wurde am 15. Dezember 1906 eingeweiht und dem öffentlichen Betriebe übergeben. Sie weist von Jahr zu Jahr eine immer mehr und mehr sich steigernde Inanspruchnahme auf. — Im Hintergrunde erblicken wir die Rückseite des Krahl'schen Fabrikgebäudes (Frohnauer Gasse 13—17) mit seinem hochaufragenden Schornstein (vergl. I. E. S. Nr. 13/14 vom Jahre 1926) und in weiterer Ferne den Schreckenberg, dessen Kuppe mit der 1855/56 erbauten künstlichen Ruine seit 1882 in städtischem Besitz ist.
Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß vordem an Badeanstalten in Annaberg das Wolff'sche "Dianabad" (jetzt Wolkensteiner Straße 15 und Bachgasse) und die Bahl'sche Badeanstalt am "Stufenpförtel" (jetzt Promenadenweg 4) bestanden; das nächstgelegene Freibad befand sich — und auch heute noch — außerhalb der Annaberger Stadtflur an der Straße nach Geyersdorf bei Lang's Restaurant (Julius Rebentisch), zu welchem in der Nachkriegszeit das Freibad des 1. Annaberger Schwimmvereins 07 getreten ist (siehe I. E. S. Nr. 36/1926).
— cj —

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Brand des Heidevorwerks in Ehrenfriedersdorf.

Auf einsamer Höhe hinter dem Sauberg unweit der Straße von Geyer über das Mönchsbad nach Wolkenstein stand dieses Vorwerk, das zur Bewirtschaftung der umliegenden Felder diente. Als die Stadt diese Felder zur Erweiterung ihres Waldbestandes angekauft hatte, stand das Gebäude längere Zeit leer und verfiel zusehends, bis am 26. August 1899, vormittags ½ 9 Uhr, der vermutlich von Handwerksburschen, die hier wiederholt genächtigt haben sollen, angelegte Brand (Bild Nr. 75) alles vollends vernichtete. Heute ist jede Spur des Gebäudes verschwunden und wohlgepflegter Wald läßt Vögel in seinen Zweigen singen und Wild in seinem Schatten wohnen.

Erzgebirgisches Sonntagsblatt Nr. 13 v. 3. April 1927


Erzgebirgisches Sonntagsblatt 120. Jahrgang, Nr. 13, 3. April 1927, S. 5

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